Freudsche Fehlleistung

Werbung kann so billig sein. Dienstag abend zur Prime time (21:45): im ZDF läuft “Wir wollen helfen”, die große Haiti-Betroffenheits-Show. Chris de Burgh singt von armen Kindern und gute Menschen geben ihr Bestes, um noch besser zu sein als sonst. Zwischen diversen Kurzreportagen immer mal wieder ein Firmenvertreter, der eine Spende seines Unternehmens ankündigt. Alle sind dabei: Siemens, New Yorker, Bayern München…

Der Vertreter des zu der Schwarz-Gruppe (u.a. Inhaber von Lidl) gehörenden Kaufland-Handelskette zerstört dann aber doch die Harmonie (vielleicht nicht gut gebrieft?) – eine 500.000€-Spende wird mit den Worten angekündigt: “Da haben wir uns betroffen gemacht”.

Hat aber zum Glück keiner gemerkt.

Elend zu Grundzufriedenheit

Jaja, der Afrikaner. So schnell und intuitiv ist er, und das sogar von Natur aus. So geschmeidig, das muss im Blut liegen. Oder, Herr Fußballlehrer Pfister?

“Es ist die Schnelligkeit und die Intuition, die Spieler wie Eto’o oder Adebayor einzigartig macht. Sie haben eine natürliche Geschmeidigkeit in ihren Bewegungsabläufen und im Umgang mit dem Ball.”

Deutsche Spieler müssen sich sowas antrainieren, pfui. Dagegen “die Afrikaner haben Musik und Fußball im Blut. Daher gibt es ein riesiges Potenzial an erstklassigen afrikanischen Nachwuchsleuten.”

Ach ja, klar, Fußball und Musik. Deswegen kommen die afrikanischen Teams bei der WM ja auch nie besonders weit, es fehlt einfach die Musik, das Spiel, der Tanz. Oder kümmert sich der eine Afrikaner etwa nicht ordentlich um den anderen Afrikaner? So nächstenlieb wie, sagen wir, ähm, vermögende Fußballvereine in Deutschland?

“Die kümmerten sich um den Buben, gaben ihn in die Obhut einer Gastfamilie, wo ihm die Mama etwas Ordentliches gekocht hat.”

Weil die richtige Mama, die konnte gar nicht so gut kochen und die Familie die war größtenteils ja auch schon tot, Aids und der ganze Scheiß. Überhaupt, das ganze Elend… Hat ja aber auch sein gutes, so ist er immerhin pflegeleicht, der Afrikaner:

“Spieler mit afrikanischen Wurzeln tragen ein höheres Maß an Grundzufriedenheit in sich. Sie haben in der Kindheit schon so viel Elend gesehen. Deshalb halten sie ihr Geld zusammen und schlagen nicht in Diskotheken über die Stränge. Afrikaner sind mental sehr stark. Ein verlorenes Spiel kann sie nicht so leicht erschüttern.”

Verlorene Spiele hin oder her, nichts kann so erschütternd sein, wie ein gewonnenes Interview.

Luca liebt Miro?

“Voll schwul” spielten die Bayern gestern abend gegen Bordeaux. Fand jedenfalls der Kommentator beim Internetfußballradio 90elf. Das sei jetzt gar nicht als Schimpfwort gemeint, erläuterte er, sondern als Beschreibung. Sein Kollege dazu: “Ja, Alter, echt, voll schwul.”